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Vergleich der Abwasserentsorgung in Sachsen-Anhalt bestätigt guten Stand – EU-Richtlinien übertroffen – Herausforderungen zum Erhalt der Anlagen steigen

Der nunmehr zum dritten Mal durchgeführte Kennzahlenvergleich Abwasserbeseitigung bestätigt erneut, dass sich die Abwasserentsorgung in Sachsen-Anhalt auf einem guten bis sehr guten Niveau befindet. Damit dies langfristig so bleiben kann, müssen sich die Abwasserentsorger in den kommenden Jahren zwei wesentlichen Herausforderungen stellen.

Zum einen ist dies die Finanzierung der verschiedenen Kosten für die Anlagen und deren Erhalt. Dafür müssen rechtliche Rahmenbedingungen bezüglich der Bilanzierung und insbesondere Behandlung von Entgeltüberschüssen nach Kommunalabgabengesetz überdacht werden. Zum anderen sind eine Erhöhung der Effektivität von Reinvestitionen bzw. ein nachhaltig optimaler Mitteleinsatz für Rehabilitationsmaßnahmen zwingend geboten.

Die durchschnittliche Inspektionstätigkeit des Kanalnetzes ist ausbaufähig, jedoch eine Herausforderung in finanzieller wie personeller Hinsicht. Die Entwicklung der Ausgaben für Ersatz und Erneuerung zeigte einen deutlichen Anstieg der Reinvestitionskosten um 160 Prozent und des Sanierungsaufwands um 12 Prozent. Dies ist einerseits in der sehr angespannten Situation auf dem Baumarkt und andererseits in hohen Baupreisen begründet.

Der Auslastungsgrad der Kläranlagen lag bei fast 73 Prozent. Dabei sind die Reinigungsleistungen der betrachteten Kläranlagen beachtlich: Sie übertreffen mit 96,6 Prozent für die Elimination des Chemischen Sauerstoffbedarfs, mit 92,6 Prozent für die Elimination von Gesamt-Stickstoff sowie 93,4 Prozent für die Elimination von Gesamt-Phosphor teilweise deutlich die Anforderungen der EU-Kommunalabwasserrichtlinie.

Die 18 beteiligten Abwasserentsorgungsunternehmen repräsentierten etwa ein Drittel der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt. Die Daten wurden im Zusammenhang mit dem Betrieb von 6.100 Kilometern Schmutz- und Mischwasserkanale sowie 146 kommunalen Kläranlagen ermittelt. Im Allgemeinen sind die Entsorgungsgebiete aller Teilnehmer eher ländlich geprägt, die Strukturen sind jedoch sehr heterogen.

Der Kennzahlenvergleich Abwasserbeseitigung findet im jährlichen Wechsel mit dem Kennzahlenvergleich für Trinkwasser statt. Er ist freiwillig und bietet den teilnehmenden Abwasserentsorgern die Möglichkeit, sich miteinander zu vergleichen und eigene Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

Die Initiative findet mit Unterstützung der folgenden Herausgeber statt:

  • Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V., Landesgruppe Mitteldeutschland (BDEW)
  • Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. Landesverband Nord-Ost (DWA)
  • Verband kommunaler Unternehmen e. V., Landesgruppe Sachsen-Anhalt (VKU)
  • Wasserverbandstag e. V., Bremen | Niedersachsen | Sachsen-Anhalt (WVT)
  • confideon Unternehmensberatung GmbH, Berlin

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